Der Begriff „Gemshorn“ ist den meisten wahrscheinlich als Orgelregister bekannt. Tatsächlich aber entlehnten Orgelbauer des 16. Jh. diesen Namen beim sogenannten „Gemshorn“- wohl um den weichen und dennoch tragenden Klang jenes Registers zu umschreiben. Sie bezogen sich dabei auf ein Instrument, das es bereits seit 400 Jahren gab.

Das „Gemshorn“ besteht aus einem Tierhorn. Das vermutlich einzige erhaltene Exemplar wurde 1913 im Zeughaus Berlin gefunden, allerdings ohne genaue Angaben zur Herkunft. Es handelt sich dabei, wie auch bei den Abbildungen von Dürer, Virdung und Agricola, um ein Ziegenhorn; so dass die Herkunft des Namens ebenfalls ungeklärt bleibt. Die Daumenlöcher lassen vermuten, dass es sich beim „Gemshorn“ um den Vorläufer der mittelalterlichen, zylindrischen Holzflöte handelt.

Das „Gemshorn“ zeichnet sich durch einen überraschend lieblichen Klang und relativ leichten spieltechnischen Zugang aus, der es auch Laien ermöglicht, in Hausmusik oder Aufführungen zu gutem Erfolg zu kommen.
Das „Gemshorn“ wird heute meist als Quartett oder auch als Soloinstrument für Mittelalter- und Renaissancemusikaufführungen eingesetzt.

Artikel über "Das Gemshorn" in der Zeitschrift "Windkanal" | Ausgabe 01/2007

Klangbeispiel Gemshornquartett eingespielt von Raphael Benjamin Meyer

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